Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Windsbach

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Windsbach

urkunde

In Windsbach ging, wie in vielen anderen Orten auch, die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Turnverein hervor, die sogenannten Turnerfeuerwehren. Die Gründungsverhandlungen der Windsbacher Freiwilligen Feuerwehr begannen am 18. Juli 1868. Ein Komitee, bestehend aus den Bürgern Mittermeyer, J. Vollet, J. Gaßner und L. Lades erklärten beim Stadtmagistrat: "Mehrere Bürgersöhne haben sich entschlossen, einen Turnverein und eine Feuerwehr zu gründen, und stellen den Antrag, der Stadtmagistrat wolle hierzu die Genehmigung erteilen. Wer teilnehmen will, soll sich in die Liste eintragen. Der Stadtmagistrat wolle die Statuten entwerfen und für die Anschaffung der Requisiten sorgen."

Am 28. Juli 1968 stellten dieselben an den Stadtmagistrat das Ersuchen, den Platz hinter den Hengststallungen (jetzt hinter Schießwasen 5) zur Verfügung zu stellen und an die Versicherungskammer einen Antrag für Zuschüsse weiterzuleiten. 24 Namen hatten unterzeichnet

Diesem Antrag folgte ein weiterer von dem Schlossergesellen Hans Geiger und dem Webergesellen Paul Reisenleiter am 4. August 1868 folgenden Inhalts: "Eine gewiße Anzahl Bürgersöhne sind entschlossen, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen, wenn Statuten vorhanden, die Leitung gewählt und der Stadtmagistrat als Ortspolizei die Sache bewerkstelligt und die Feuerwehr bei Bränden einem Magistratsmitglied unterstellt wird. Nur ordnungsliebende junge Leutesollen der Wehr beitreten können, damit der Verein sein Ansehen nicht verliert. Wir beantragen deshalb, daß die Auswahl der Ortspolizeibehörde überlassen sein soll."

Am 18. August 1868 genehmigte der Stadtmagistrat die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und leitete den Beschluß an das Gemeindekollegium zur Genehmigung der Mittel und reichte zugleich an die Versicherungskammer ein Gesuch um Zuschüsse ein. Am 30. August 1868 genehmigte das Gemeindekollegium den Magistratsbeschluß. Am 3. September 1868 ersuchte der Stadtmagistrat die Antragssteller um die Nennung der Mitglieder. Es müssen mindestens 30 Mann sein, wenn die Feuerwehr gegründet werden soll. Daraufhin meldeten sich 23 Mitglieder und 6 Zöglinge (Jugendliche Windsbacher).

Am 30. September 1868 bietet der Schwabacher Turn- und Rettungsverein, welcher vor fünf Jahren gegründet wurde, den Windsbachern seine Mithilfe an und hielt hier am 11. Oktober eine Feuerwehrübung ab.

Ein Aufruf des Stadtmagistrats, es mögen mehrere der Wehr beitreten, hatte Erfolg. Im Laufe des Jahres waren dann 25 Steiger, 35 Spritzenleute, 21 Schutzleute und 5 Zubringer vorhanden. Am 18. Dezember 1868 beschloß der Magistrat die Anschaffung folgendes Gerätes: 1 Spinne, 3 Hakenleitern, eine Schlauchhaspel, 25 Helme und 25 Turnjacken, die nur bei Bränden getragen werden dürfen.

Mannschaft-alt

Am 26. Febuar 1869 beschließt der Stadtmagistrat, daß die Wehr im Sommer am unteren Teil des Schießwasens und im Winter im Getreidestadel (Scheune neben dem 2. Pfarrhaus) üben darf.

Zur feierlichen Gründung wurde ein Stiftungsfest auf Sonntag, 25. Juli 1869, anberaumt. Es wurde eine Bretterbude auf dem Schießwasen aufgebaut, wo es Speisen und Getränke gab und Ziehharmonikamusik erklang. Feuerwehren aus Spalt, Ansbach, Schwabach, Abenberg und Roth waren anwesend. Festjungfrauen wirkten mit, es wurde bis morgens 3 Uhr getanzt.

Nach der Gründung gab es einige Differenzen zwischen der Feuerwehr und Landwehr, weil die Landwehr befürchtete, daß ihr einige Rechte abhanden kommen könnten. Am 1. Januar 1870 wurden die Landwehren in Bayern aufgelöst und dadurch verschwanden diese Querelen.

Ein Protokollbuch der Feuerwehr beginnt erst mit dem 3. September 1874. Als erster Feuerwehrhauptmann kann Bezirkstierarzt Herrmann angenommen werden.

Protokolleintrag

Die anfängliche Euphorie lies jedoch nach. Immer wieder kam zum Ausdruck, daß die Zusammenarbeit mit dem Stadtmagistrat und auch das Verhältnis zwischen Kommandanten und Wehrmännern sehr zu wünschen übrig ließ. Dies hatte zur Folge, daß der Besuch der Übungen sehr schlecht wurde. Auch der Einsatz der Wehr bei Bränden war oft nicht sehr erfolgreich. Desshalb wurde eine Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen. Die erste gemeinsame Übung fand am 2. Mai 1875 statt. Von der Pflichtfeuerwehr hatten 152 Mann zu erscheinen. Die Freiwillige Feuerwehr hatte 78 Mitglieder. Weil es bei Bränden oft nicht gut funktionierte, machte man eine genaue Einteilung, wofür jeder zuständig ist. Die große, rote Spritze (1771 angeschafft) führte Dengler, die Rettungsmanschaft Vollet, die Herbeiführung von Feuerwehrleitern, Hacken und das Einreißen machte Kraft, die ältere, kleinere Spritze (1736 angeschafft) führte Jungmaier, Aufsicht und Herbeischaffung der Wasserkufen macht Rückert. Die Zuschauer sollen bei Bränden zum Wassertragen verwendet werden. Die Anschafftung einer Pechpfanne zur Beleuchtung wäre erwünscht. Die Feuerwehrleute sollten bei Bränden von längerer Dauer Freibier gegen Marken erhalten.

Am 23. Juli 1879 wurde erneut Bezirkstierarzt Herrmann zum Kommandant und 1. Vorstand gewählt. Dieser übersiedelte jedoch am 1. Dezember 1879 nach Schwabach und zog dann in den Bayerischen Landtag ein.

Am 31. Januar 1880 wurde Schneidermeister Reinert zum Kommandanten und Schuhmachermeister Jakob Mayer zum Stellvertreter gewählt.

Es waren nun 80 Mitglieder bei der Freiwilligen Feuerwehr und 171 bei der Pflichtfeuerwehr. An Gerätschaften waren vorhanden:

 

1 zweirädrige Saug- und Druckspritze,
2 ältere Druckspritzen,
130 Meter gummierte Schläuche,
12 Meter gewöhnliche Schläuche,
6 Wasserwagen (Wasserkufen),
1 Schubleiter,
1 normale Leiter,
3 Sturzhakenleitern,
1 Holmleiter,
2 Dachleitern,
1 Schlauchhaspel und
15 Petroleumlaternen.

1882 - 1892

Kommandant ist nun Schmiedemeister Heidenreich, Zugführer Jakob Mayer. Die Wehr hat 26 Steiger, 36 Spritzenleute und 20 Ordner.Es gab wieder viele Unstimmigkeiten und Differenzen. Ende Januar stellte man fest, daß alle Spritzen eingefroren waren. Desshalb wurde dann Johann Jungmaier zum Spritzenmeister ernannt. Er hatte dieses Amt 40 Jahre inne und wie er selbst berichtete, gab es nun keine solchen Vorfälle mehr.

Am 4. Juni 1883 wurde Jakob Mayer zum Kommandanten gewählt.

Am 7. Dezember 1883 wurde der alte Kommandant Heidenreich aus der Wehr ausgeschlossen. Von nun an verbesserte sich das Klima innerhalb der Wehr und auch das Verhältniss zum Stadtmagistrat.

Am 23. November 1884 wurde in der Gastwirtschaft Spelter der erste Feuerwehrball abgehalten. Die Stadtkapelle erhielt 25 Mark.

Ab 1886 soll der Sarg von verstorbenen Mitgliedern von der Steigermanschaft getragen werden.

Ab 1887 wurden die Wasserleitungen zu den laufenden Brunnen verbessert. Die bisherigen Bleirohre sollen durch eiserne Rohre mit größerem Durchmesser ersetzt werden.

1890

Am 18 August 1890 wurde eine neue vierrädrige Saug- und Druckspritze von der Firma Braun, Nürnberg, übernommen.

1890 brannte das Haus des Gastwirts Huber ab, es gab auch einen Zimmerbrand bei Schuhmacher Rückert.

1891 brannte das Doppelhaus Honold-Herzog ab.

1893 - 1902

1884 feierte man das 25-jährige Jubiläum. Mehrmals wird berichtet, daß Mitglieder wegen mangelhaften Besuchs der Übungen ausgeschlossen wurden.

1896 brannte in der unteren Vorstadt das Haus des Tagelöhners Reuter ab.

1897 legte der Kassier die Rechnungsbelege von 1889 bis 1896 vor. Die Einnahmen betrugen 835 Mark und die Ausgaben 834 Mark. Um den Kassenstand zu heben, wurde beschlossen, einmalig pro Mitglied 10 Pfennig einzuheben. In diesem Jahr brannte das Haus von Hafnermeister Michael Bess. Es wurde ein fahrbarer Krankentransportwagen und 100 Meter neue Schläuche angeschaft. Die Geräteausrüstung wurde als gut bezeichnet.

1899 begann der erste Sanitätskurs unter Dr. Dorsch, der die Ausbildung kostenlos übernahm.

Am 23. Juli 1900 wurde beschlosen, daß die Retzendorfer auch Mitglied der Feuerwehr Windsbach werden können. Die Aufnahmegebühr wird auf eine Mark festgelegt.

1903 - 1912

Im April 1903 verstarb der langjährige Kommandant und Bürgermeister Jakob Mayer. Es war ein großer Verlust für die Wehr, wie Johann Jungmaier an seinem Grabe erwähnte. Als neuer Kommandant wurde am 13. Mai 1904 Adam Spelter gewählt.

Am 13. Mai 1906 fand eine Inspektion der Wehren Windsbach, Elpersdorf und Moosbach statt, die einen sehr guten Abschluß fand, auch der Gerätestand wurde lobend erwähnt. Beim Brand des Hauses Schreinermeister Beck haben nicht alle ihre Pflicht erfüllt. Es wird erwähnt, daß mit mehr Ruhe vorgegangen werden soll.

1907 wurde ein großer Wunsch der Feuerwehr erfüllt. Das Röschlauhaus, das vor dem Feuerwehrgerätehaus stand, wurde angekauft und abgerissen. Bisher musste die Ausfahrt sehr schwirig gegen das Storzsche Anwesen erfolgen. An der Giebelseite wurden nun zwei große Tore angebracht, so daß die Ausfahrt problemlos erfolgen konnte. An Weihnachten strahlte erstmals das elektrische Licht in den Häusern und Straßen von Windsbach. Dies brachte auch für die Wehr manche Erleichterung. Die Rechnungsabschlüsse für die Jahre 1904 bis 1907 ergaben einen Kassenstand von 73,38 Mark.

Am 19. November 1908 erfaßte ein großer Schrecken die Stadt. Im Dachboden des Pfarrweisenhauses brach ein Brand aus, der sich rasch über das ganze Gebäude verbreitete. Da glücklicherweise kein Kurzschluß in der elektrischen Leitung eintrat, konnten sich alle Schüler und das Personal rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Wehr setzte sich tatkräftig ein, das Löschwasser mußte vom Feuerwehrweiher bei der jetzigen Stadthalle hochgepumpt werden. Nach dem Wiederaufbau mußte oben ein Wasserbassin errichtet werden.

1911 legte man an der Gottesruhkapelle einen Weiher an, der nach dem zweiten Weltkrieg wieder eingefüllt wurde. In diesem Jahr beteiligte sich die Wehr auch an der 90. Geburtstagsfeier seiner kgl. Hoheit Prinzregent Luitpolt von Bayern, der auch das Ehrenzeichen für langjährige Feuerwehrmänner gestiftet hatte.

1912 war ein Brand bei Landwirt Neukamm, obere Vorstadt.

1913 - 1922

1914 legte man in der Vorstadt einen kleinen Weiher an. Die Dienstpflicht bei der Pflichtfeuerwehr legte man nun bis zum 60. Lebensjahr fest, weil viele Kameraden wegen Ausbruch des Krieges abgezogen waren. Auch jüngere Leute unter 18 Jahren mußten herangezogen werden. In diesem Jahr brannte das Anwesen des Landwirts Vollet, Mitteleschenbacher Straße, ab. Ursache war die Hopfendarre.

1915 errichtete man in Leitersbach einen Feuerweiher. Am 6. Juni 1915 fand in der Gastwirtschaft Fische (jetzt Parkgaststätte) die Bezirksfeuerwehrversammlung statt. Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Jungmaier begrüßte die große Zahl der Erschienenen. Der Bezirk Ansbach umfaßte 88 Wehren mit 4480 freiwilligen Feuerwehrmännern und 1510 Pflichtfeuerwehrmännern. In diesem Jahr brannte das Haus Köpplinger, untere Vorstadt, ab. Der langjährige Vorstand Johann Vollet verstarb in diesem Jahr.

1918 gründete man auch in Windsbach eine Bürger- und Einwohnerwehr, an der auch die Freiwillige Feuerwehr beteiligt war und mit Militärgewehren ausgerüstet wurde. Vier bis sechs Mann sollten jeden Abend auf Wache ziehen. Wenn sich etwas Verdächtiges zeigt, sollten sie die Taufglocke läuten.

1920 mußte die Wehr einen Hausbrand bei Neukamm löschen.

1923 - 1932

Am 2. April 1924 mußte der langjährige Komandant Adam Spelter aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Das Amt hatte er 20 Jahre ausgeübt. Es wurde Uhrmachermeister Adam Reuter als Nachfolger gewählt. Als Schriftführer wählte man Fritz Meyer und als Zeugwart den Kaufmann Hans Gassner. Spelter wurde Ehrenkommandant.

1929 traten einige Brände auf, die der Kaminkehrer durch übermäßiges Heizen selbst verschuldete.

Am 30. Januar 1930 erfolgte die Vorführung und der Ankauf einer neuen Magirus-Motorspritze Liliput, Größe II, mit 600 bis 900 Liter Minutenleistung, auf zweirädrigem Fahrgestell, um den Preis von 4500 Mark. Die Orte Elpersdorf, Moosbach, Untereschenbach und Retzendorf beteiligten sich an den Kosten. Neueses schloß sich aus. Es wurden Brände bei Stumptner und ein Walzenstuhlbrand in der Stadtmühle gelöscht. Die Wehr hatte 1930 92 Mitglieder und löschte zwei Scheunenbrände in Elpersdorf bei Rupprecht und Braun.

1933 - 1942

Trotz der guten Ausrüstung wurden die Übungen nur mangelhaft besucht, desshalb mußte die Pflichtfeuerwehr jährlich drei Übungen halten. Bei dem Brand bei Betz in Neuses hatte sich die Wehr erfolgreich beteiligt. Neuses wurden Kosten auferlegt, weil es sich an den Kosten der Spritze nicht beteiligt hatte. Bei den Bränden des Hauses Böhm und der Scheune Rupp konnten die Nachbarhäuser gerettet werden.

Ab 1935 wurde die Wahlperiode auf fünf Jahre verlängert und die Zahl der Übungen von bisher drei auf sechs und das Dienstalter auf 65 Jahre erhöht. Auch Schulungen für Luftschutz fanden in der Stadthalle statt. Es wurde die erste Verdunklungsübung wegen Fliegergefahr abgehalten. Da Reuter als Kommandant zurücktrat, wählte man Hans Beß als Kommandant und Georg Frischeisen als Schriftführer.

1936 hatte die Wehr 107 Mitglieder, die Zahl der Übungen erhöhte man auf zwölf. Es mußten auch andere Uniformen angeschafft werden.

1937 wurde die Wehr zu einem Brand bei Betz in Neuses gerufen. Die Scheune brannte ab, das Wohnhaus konnte gerettet werden. Die Alarmzeichen mußte man nun ändern. Bei Fliegeralarm wurde vom Stadtturm mit kurzen Glockenschlägen alarmiert, bei Brandfällen die Turmglocke geläutet. Es erfolgte eine Vereidigung der Wehrmänner in der Stadthalle. Ab 1937 ist Hans Beß Hauptbrandmeister, Frischeisen Oberbrandmeister und Hiltner, Rupp und Jäcklin Brandmeister.

Es wurde auch Erwägungen angestellt, die Sanitätskolonne und die Freiwillige Feuerwehr zu vereinigen. Dies wurde dann jedoch abgelehnt, nur bei Bränden sollen beide Organisationen eng zusammenarbeiten.

1939 war beabsichtigt, das Feuerwehrhaus zu verkaufen und eine neue Feuerwehrhalle zu errichten.

1940 war schon die Hälfte aller Wehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. Es wurde erwogen, ein neues Löschgerät, eine TS 8 Motorspritze, zu kaufen. Wegen Geldmangel unterblieb dies jedoch. Der Pflichtfeuerwehrdienst wurde aufgehoben und eine Jugendgruppe mit 18 Mitgliedern wurde eingerichtet. Eine neue Eidesformel wurde eingeführt.

1941 bestellte man einen Mannschaftswagen LT 8 und eine Motorspritze TS 8 bei Magirus in Ulm. Es konnte jedoch nur eine TS 8 geliefert werden. Den Kellerraum unter der Post verwendete man als Luftschutzraum und baute ihn als Unterstellraum für die TS 8 aus.

1943 - 1952

Für Feuer und Luftschutz wurde eine Wache bestimmt, alle männlichen Personen von 16 - 65 Jahren mußten sich beteiligen. Als Wachlokal nahm man den ehemaligen Freibankraum unter dem Postgebäude. Von 22 Uhr bis 4 Uhr früh mußten dort zwei Mann Dienst tun, Kontrollgänge machen und die Luftlagemeldungen im Rundfunk ständig hören, sowie bei Annäherung von Flugzeugen den Feuerwehrkommandanten Beß verständigen.

Die Feuerwehr erhielt ein Schaum-Löschgerät. Es brannte die Scheune von Meister, Elpersdorf, und ein Schuppen von Beck, Windsbach, ab.

1943 nahmen die Luftangriffe auch auf kleinere Orte zu, desshalb mußte die Achtsamkeit der Wache verstärkt werden.

Am 21. April 1945 übergaben die Bürgermeister Streck und Kommandant Beß die Stadt an die einrückenden Amerikaner. Alle Vereine und Organisationen mußten aufgelöst werden, nur die Feuerwehr durfte weiterbestehen, Auszeichnungen an Uniformen mußten jedoch beseitigt werden. Nach Kriegsende bekam Windsbach eine TS 8 aus Heeresbeständen zugeteilt. 20 Wehrmänner sind im 2. Weltkrieg gefallen.

1946 wurden Neuwahlen anberaumt, weil einige wegen Zugehörigkeit zur NSDAP ausscheiden mußten. Es wurden gewählt: Hans Beß Kommandant, Hans Bösendörfer Stellvertreter und Heinrich Gassner als Schriftführer und Gerätewart. Ein Scheunenbrand mitten in der Stadt bei Bäckermeister Lades erschreckte die Windsbacher.

1949 wurden wieder Überlegungen angestellt, eine neue Feuerwehrhalle zu errichten, da der alte Feuerstadel durch jahrelange Vernachlässigung baufällig wurde. Als Platz war die Annawiede am Dekanat vorgesehen. Da die Stadt in dieses Haus auch einen Schulsaal mit einbauen wollte, nahm die Kirchenverwaltung ihre vorher gegebene Zusage wieder zurück.

1950 betrug die Zahl der Mitglieder 88 Mann.

1952 erfolgte die Instandsetzung des Feuerwehrstadels. Bei der vorgesehenen Schlüselübergabe waren aber Differenzen zwischen Bürgermeister und Kommandant aufgetreten, so daß der Bürgermeister den Schlüssel wieder zu sich nahm.

1953 - 1962

1954 erfolgte die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges LF 8 um den Preis von 18.400 DM.

In der Silvesternacht 1953/1954 schlug ein Windsbacher am öffentlichen Feuermelder die Scheibe ein, weil er die Feuerwehr wegen eines Brandes alarmieren wollte. Andere angeheiterte Passanten sahen dies und glaubten, daß er dies in angetrunkenen Zustand mutwillig mache und verprügelten ihn tüchtig. Erst später stellte sich heraus, daß er zu Unrecht Prügel bezog und die Wehr deshalb zu spät zur Brandstelle kam.

Am 24. März 1956 legte Kommandant Beß sein Amt nieder, nachdem er von 1907 bis 1920 als Steigermann, 1920 bis 1936 als Steigerzugführer und von 1936 bis 1956 als Kommandant der Wehr gedient hatte. Der Bürgermeister sprach ihm beim Abschied höchstes Lob aus.

Bei der Neuwahl wurde Zimmermeister Frischeisen Kommandant, Wilhelm Lades Stellvertreter und Heinrich Gaßner Zeugwart und Schriftführer.

1956 ereignete sich im Pfarrweisenhaus ein Dachstuhlbrand, der rasch gelöscht werden konnte.

1958 beklagete sich der Kommandant, daß die Übungen durchwegs schlecht besucht sind. Heinrich Gaßner wählte man als stellvertretenden Kommandanten. Ehrenkommandant Beß erhielt das Ehrenkreuz in Gold für 50-jährige treue Arbeit.

1959 wurde Heinrich Gaßner zum Kommandanten gewählt, Frischeisen zum Stellvertreter und Karl Kraft als Schriftführer.

1960, durch Spenden der Geschäftswelt und sehr großen freiwilligen Einsatz der Wehrmänner konnte der Unterrichtsraum im 1. Stock des Feuerstadels völlig neu gestalltet werden.

1961 beträgt die Stärke der Wehr 85 Mann.

1962 mußte die Wehr bei 5 auswärtigen Bränden eingreifen. Heinrich Gaßner wurde zum Kreisbrandmeister gewählt. Es wurde der 1. Faschingsball der Wehr mit großem Erfolg durchgeführt.

Die Wehr bekam eine neue TS 8, die Übergabe war mit einem Rehessen verbunden. Hans Böhm wählte man als neuen Gerätewart.

1963 - 1972

1964 beträgt die Stärke der Wehr 52 Mann. Größter Brand in diesem Jahr entstand durch Einschlag eines Blitzes im Anwesen Link Georg.

1966 fand die Frühjahrsversammlung der Kommandanten nach 10 Jahren wieder einmal in Windsbach statt. Dies war verbunden mit einer großen Schau von Löschfahrzeugen und Geräten.

1967, es ist erfreulich, daß so viele junge Menschen zu den Mitgliedern zählen. Das 5. kreiseigene Tanklöschfahrzeug TLF 16 wurde durch Landrat Ehnes übergeben und in Windsbach stationiert. Hierzu mußten die Tore am Feuerstadel umgebaut werden. Die Wehr rückte zu einem Brand in der Trocknungsanlage und zu einem Scheunenbrand bei Maurer, Windsbach, aus.

Die Stadt gab in diesem Jahr 17.766 DM für die Wehr aus, das wurde als beispielhaft bezeichnet.

1968 fand die Hundertjahrfeier der Wehr statt. Die Vorbereitungen waren langwierig und nervenaufreibend. Der Ablauf war aber sehr erfreulich und wohlgelungen. Es war eine der wenigen Demonstrationen, die einer guten Sache dienen.

1969 hatte die Wehr eine Stärke von 59 Wehrmännern, außerdem gehören ihr noch 22 Mann mit mehr als 25-jähriger Zugehörigkeit an. Erstmals wird im Jahresbericht das Kellerbergfest erwähnt. Einsatz bei Brand durch Blitzschlag bei Hörauf, Sauernheim. Der größte Einsatz war jedoch das Hochwasser im Februar. Zwei Tage mußten Keller ausgepumpt und Getreideauslagerungen in der Stadtmühle durchgeführt werden. Ein Pendelverkehr von der Brücke zur Vorstadt fand mit dem TLF 16 statt. Die Sanitätskolonne zog aus dem Feuerwehrstadel aus.

1971 waren, bedingt durch die Trockenheit, mehrere Stoppelfeld- und Waldbrände ausgebrochen. Es wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug übergeben. Erstmals hielt man einen Herbstball ab.

1972 sind 8 Jugentliche der Wehr beigetreten. 30 Feuerwehrleute absolvierten einen Erste-Hilfe-Kurs. Der Kontakt mit den eingemeindeten Ortswehren soll vertieft werden. Die Eigenständigkeit der Wehren soll jedoch erhalten bleiben.

1973 - 1982

1973 wurden den Feuerwehrkameraden Wolfgang Büchler, Heinrich Gaßner, Horst Haumann und Heinrich Kroner, anläßlich der Jahreshauptversammlung, durch KBI Hufnagel das Silberne Ehrenzeichen überreicht.

1974, der Wert der von der Wehr verwalteten Ausrüstung und Geräte wird auf über 1/2 Millionen geschätzt.

1975, ein neues LF8 wurde bestellt, welches besonders bei Einsätzen auf der Autobahn eingesetzt werden kann. Der Preis beträgt ca. 160.000 DM. Landrat Ehnes, Kreisbrandrat Rahn und Kreisbrandinspektor Hufnagel nahmen an der Generalversammlung teil. KBI Hufnagel scheidet nun aus Altersgründen aus, er war ein guter Freund der Windsbacher Wehr.

1976 mußte die Wehr zu 7 Einsätzen ausrücken, darunter erstmals zu einem Verkehrsunfall. Das neue LF8 wurde übergeben. Die alten Fahrzeuge wurden mit Funk ausgestattet, ebenso wurden 3 Handsprechfunkgeräte angeschaft. Somit ist die Wehr nun vollständig mit Funk ausgerüstet. Alle Geräte wurden von der Feuerwehrschule Regensburg überprüft und bekamen ohne Ausnahme die Note 1. Wieder einmal wurde der Wunsch nach einem neuen Gerätehaus laut.

1977 war der 90. Geburtstag des ältesten Feuerwehrmannes, Georg Kroner, er wurde ausgiebig gefeiert.

1978, eine Rettungsschere wurde angeschafft.

1979, wie alljährlich wurde auch heuer wieder der Einsatz des Gerätewartes Schwarz als vorbildlich bezeichnet. Am Windsbacher Altstadtfest (750 Jahrfeier der Stadterhebung) beteiligte sich die Wehr eifrig.

1982, es waren 5 Einsätze nötig, bei 2 Verkehrsunfällen waren drei Tote zu beklagen. Bei einem Brand bei Betz, Wernsbach, konnten nicht alle Tiere gerettet werden.

1983 - 1992

1983, mit der Generalversammlung am 16.3. endete die langjährige und verdienstvolle Tätigkeit des Kommandanten Heinrich Gaßner. 1945 trat er in die FFW ein und war Schriftführer bis 1958. Ab 1.3.1958 war er stellvertretender and ab 14.3.59 Kommandant der FFW Windsbach. Dazu versah er das Amt des Kreisbrandmeisters seit 1.6.1961. Im Jahr 1973 wurde ihm das Steckkreuz verliehen, was nicht nur eine besondere Ehre für Heinrich Gaßner war, sondern für die ganze Wehr. Nach den Ehrungen durch Bürgermeister, Kreisbrandrat und Kreisbrandinspektor ernannte man Heinrich Gaßner zum Ehren-Kommandanten. Auch Karl Kraft beendete nach 23-jähriger Tätigkeit als Schriftführer seine Tätigkeit und erhielt den Dank der Stadt.

Die Neuwahl ergab als Kommandant Werner Roßmeisl, als Stellvertreter Hans Böhm und als Schriftführer Nobert Gaßner.

1985 fand wieder eine technische Überprüfung durch die Feuerwehrschule Würzburg statt. Wieder bekamen alle Geräte die Pflegenote 1, was sicherlich der vorzüglichen Arbeit von Gerätewart Fritz Schwarz zu verdanken ist.

Der 21.8.1985 wird als Datum eines neuen Abschnittes der FFW Windsbach bezeichnet. Es fand der erste Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus durch Bürgermeister Matijas statt. Schon am 10.12.1985 war das Richtfest. Die Planungen und Überlegungen für den Bau eines neuen Gerätehauses gehen schon bis auf das Jahr 1939, also 46 Jahre zurück. Es ist verständlich, daß sich die Wehr besonders freute, wenn dieser lang gehegte Wunsch nun endlich Wirklichkeit werden sollte.

1986, als ein besonderes gesellschaftliches Ereignis galt der Besuch der Feuerwehrkameraden aus Warenholz/Niedersachsen.

Mit dem 20.12.1986 beginnt eine neue Geschichte der Feuerwehr. Es war der Tag der Einweihung des neuen Gerätehauses, das nun genügend Raum für Stellplätze der Geräte und für Schulungen, aber auch für gesellschaftliche Zusammenkünfte bietet. Ein Traum der Wehr ging in Erfüllung.

1987, zum 31.8. trat Kommandant Roßmeisl zurück. Die Neuwahl am 21.12. ergab, daß ein weiteres Glied der Feuerwehrdynastie "Gaßner" hinzugefügt wurde. Norbert Gaßner wurde zum Kommandanten gewählt.

Es wurde die Gründung eines Feuerwehrvereins beschlossen, damit die Vorbereitungen für die 125-Jahrfeier und viele andere gesellschaftliche Veranstalltungen nicht von der aktiven Führung erledigt werden müssen.

1988, 14 Damen meldeten sich zur neu geschaffenen Damengruppe.

Stellvertretender Kommandant Hans Böhm schied aus, als Nachfolger wählte man Rudolf Bollmann.

1989, am 31.3. fand die Gründung des Vereins "Freiwillige Feuerwehr der Stadt Windsbach 1868 e.V." statt. Die Wahl ergab Heinrich Gaßner als Vorsitzenden, Werner Reuter als Stellvertreter und Werner Roßmeisl als Schriftführer. Es wurde beschlossen, 1993 die 125-Jahrfeier durchzuführen und einen Festausschuß ins Leben zu rufen.

Für die aktive Wehr muß ein LF16 angeschafft werden, um den Feuerschutz im Ev.-Luth. Studienheim nach den Umbau- und Neubaumaßnahmen gewährleisten zu können. Die neugegründete Damengruppe hat 13 Mitglieder.

1990, der Mitgliederstand des Feuerwehrvereins beträgt nun 104 Personen. Mit dem abgehaltenen Maschinistenlehrgang verfügt die Windsbacher Wehr über die erste ausgebeldete Maschinistin. Als Termin für die 125-Jahrfeier wurde der 20. - 23. Mai 1993 festgelegt. Im Febuar wird der Wehr ein MZF (VW LT 28) übergeben.

1991, aufgrund des Golfkrieges entschloß sich die Vorstandschaft, den Rosenmontagsball abzusagen. Werner Roßmeisl wurde Kreisbrandmeister. Zum 125-jährigen Jubiläum soll gemäß Beschluß der Mitgliederversammlung eine Fahne angeschaft werden. Bei einem 2-Tageausflug nach Warenholz erklärte sich die FFW Warenholz bereit, die Patenschaft für die neue Fahne zu übernehmen. Zweite Patenwehr wird die FFW Stadt Heilsbronn.

1992, im Juli erfolgt die Auslieferung des LF16/12, gleichzeitig wurde auch das alte LF8 (Opel Blitz, Bj. 1954) nach einer Generalüberholung wieder in den Dienst gestellt. Der neu gegründeten Jugendgruppe gehören 6 Jungen und 3 Mädchen an, Jugendwarte sind Andreas Schmidt und Gerhard Gögelein.

Die Geschichtsschreibung der Feuerwehr Windsbach erfolgte bis 1992 durch Karl Dunz im Rahmen der Festschrift anlässlich des 150-jährigen Jubiläums

1993 - 2001

1994, KBM Werner Roßmeisl wird nach einer Kampfabstimmung zum neuen Kommandanten gewählt. Daraufhin traten der Stellvertreter Rudi Bollmann und der Vereinsvorsitzende Heinrich Gaßner spontan von Ihren Ämtern zurück. Als stellvertretender Kommandant wird Andreas Schmidt in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt.

1995, bei der Neuwahl der Vorstandschaft des Feuerwehrvereins wird Werner Reuter zum ersten Vorsitzenden, Armin Bachmaier sen. zum 2. Vorsitzenden, Werner Roßmeisl zum 1. Kassier, Heidi Wening zum 2. Kassier und Roland Böhm zum Schriftführer gewählt. Als Beisitzer wurden Karl Schuler, Gerhard Gögelein und Gabi Schneider gewählt.

1995, die Stärke der Wehr beträgt 74 Aktive, davon 45 Männer, 14 Frauen und 15 Jugendliche.

1996, wurde der Antrag für ein neues Löschfahrzeug gestellt. Die Stärke der Wehr beträgt 71 Aktive, davon 48 Männer, 14 Frauen und 9 Jugendliche.

1997, die Stärke der Wehr beträgt 79 Aktive, davon 52 Männer, 13 Frauen und 14 Jugendliche.

1998, es wurde ein neues LF 16 bestellt. Liefertermin Ende Juli 1999. Die Stärke der Wehr beträgt 72 Aktive davon 50 Männer, 11 Frauen und 11 Jugendliche.

1999, im Juli erfolgte die Auslieferung des LF16/12. Es wurde das 10-jährige Bestehen der Damenwehr und des Feuerwehrvereins gefeiert. KBM Werner Roßmeisl wurde als erster Kommandant und Andreas Schmidt als stellvertrender Komandant bei der Neuwahl bestätigt. Die Stärke der Wehr beträgt 74 Aktive, davon 53 Männer, 11 Frauen und 10 Jugendliche.

2000, die Stärke der Wehr beträgt 75 Aktive, davon 53 Männer, 11 Frauen und 11 Jugendliche